Podcast Nostalgie und KI Folge 8
Jahrtausendwende und KI-Prognosen: Im Jahr 2000
Bis zur Jahrtausendwende kam das Vorhergesagte fast immer später als erwartet. Heute nennen die Chefs der KI-Firmen Jahreszahlen für eine Superintelligenz.
Kapitel Grenzen des Wachstums, 1972
00:00 18:43
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Produziert mit KI Recherche und Text von Stefan Margenfeld, erzählt von einem KI-Klon seiner Stimme. Alle Stimmen sind KI-generiert, die Musik ist mit KI erzeugt, die Produktion ist KI-gestützt. Die Szenen sind nachgestellt, die Familie Behrens und alle anderen Figuren sind erfunden.
Worum es geht
Die Folge reicht von der ZDF-Reihe „Richtung 2000“ und der Studie „Die Grenzen des Wachstums“ von 1972 über Zukunftsbilder aus der Zeit um 1900, berühmte Fehlprognosen und angebliche Zitate bis zur Jahrtausendwende mit dem Jahr-2000-Problem. Dann die neuen Propheten: was Sam Altman, Dario Amodei und Demis Hassabis vorhersagen, wie Superforecaster abschneiden, wovor Geoffrey Hinton warnt und warum die Schätzungen zu Jobs und KI so weit auseinandergehen. Dazu Szenen der Familie Behrens, 1972, Silvester 1999 und 2026.
Themen dieser Folge
- Jahrtausendwende
- Jahr 2000
- Jahr-2000-Problem
- Y2K
- Silvester 1999
- Zukunftsprognosen
- Grenzen des Wachstums
- Club of Rome
- Bildschirmtext
- Expo 2000
- Superintelligenz
- KI-Prognosen
- Superforecaster
- Arbeitsplätze
- Jobs und KI
Kapitel
Fragen zur Folge
Was war das Jahr-2000-Problem?
Viele ältere Programme speicherten Jahreszahlen nur mit zwei Ziffern; auf 99 folgte 00, und ein Rechner konnte das für 1900 halten. Weltweit gaben Firmen und Behörden nach Schätzungen von Marktforschern mehrere Hundert Milliarden Dollar für die Umstellung aus, in der Silvesternacht passierte dann wenig.
Wann soll es eine Superintelligenz geben?
Die Chefs der KI-Firmen nennen unterschiedliche Jahre: Sam Altman schrieb 2024, eine Superintelligenz sei in einigen tausend Tagen möglich, Dario Amodei hielt eine sehr leistungsfähige KI schon 2026 für denkbar, Demis Hassabis nannte 2025 fünf bis zehn Jahre bis zu einer KI auf menschlichem Niveau. Die Zeitpläne früherer Prognosen waren fast immer zu früh.
Wie viele Jobs ersetzt KI?
Die Schätzungen gehen weit auseinander: 2013 hielten Carl Benedikt Frey und Michael Osborne 47 Prozent der Arbeitsplätze in den USA für technisch automatisierbar, die OECD kam 2018 mit Blick auf einzelne Tätigkeiten auf 14 Prozent stark gefährdete Jobs. Der Internationale Währungsfonds sieht fast 40 Prozent aller Arbeitsplätze weltweit der KI ausgesetzt, und ausgesetzt heißt betroffen, nicht verschwunden.
Transkript
Das Transkript folgt dem Skript, die Zeiten stammen aus der Spracherkennung. Die Erzählstimme ist ein KI-Klon der Stimme von Stefan Margenfeld, die Szenen sind mit KI-Stimmen nachgestellt. Ein Klick auf eine Zeit spielt die Stelle ab. Als Datei: WebVTT · SRT
00:00 Grenzen des Wachstums, 1972
00:02 Erzähler Nostalgie und KI. Jede Zukunft hat eine Vergangenheit. Folge 8: Im Jahr 2000. Von Stefan Margenfeld.
00:13 Produziert mit KI.
00:20 1972 sitzt ein Ehepaar vor dem Fernseher und rechnet. Wie alt werden wir im Jahr 2000 sein? Und wie wird die Welt dann aussehen?
00:30 Werner Dass wir weniger arbeiten. Und dass der Computer alles macht.
00:33 Erzähler Heute rechnen andere. Die Chefs der großen KI-Firmen nennen Jahreszahlen für eine Maschine, die klüger ist als wir. Eines dieser Jahre ist schon da: 2026.
00:46 Lina Papa, nicht mal die KI weiß es.
00:49 Erzähler Diese letzte Folge der Staffel erzählt, wie wir uns die Zukunft vorgestellt haben und was davon eingetroffen ist. Und sie fragt, wer heute die Jahreszahlen nennt und wie gut solche Prognosen eigentlich sind.
01:06 Werner Zweitausend. Da bin ich dreiundsechzig.
01:09 Gisela Und was erwartest du?
01:10 Werner Dass wir weniger arbeiten. Und dass der Computer alles macht.
01:14 Gisela Den Abwasch auch?
01:15 Werner Wahrscheinlich.
01:16 Gisela Dann glaub ich's erst, wenn ich's sehe.
01:18 Werner Du wirst es sehen. Achtundzwanzig Jahre, Gisela. Das ist eine Ewigkeit.
01:23 Gisela Thomas ist dann siebenunddreißig.
01:25 Werner Und hat bestimmt selbst so einen Computer.
01:28 Gisela Im Wohnzimmer? Wo soll der denn hin?
01:32 Erzähler 1972 zeigt das ZDF eine Dokumentarreihe mit dem Titel Richtung 2000. Sie fragt, welche Entwicklungen, die sich schon abzeichnen, Wegweiser in die Zukunft sein könnten. Es geht um Wohnen, Verkehr, Umwelt, Arbeit, Freizeit, Bildung, Medizin und Politik. Eine Sendung der Reihe heißt Vorschau auf die Welt von morgen. Sie begleitet einen erfundenen Herrn B. durch einen Tag im Jahr 2000. Ein Fernseher weckt ihn, die Zeitung kommt aus einem Drucker, er telefoniert mit Bild. Es ist eine Zeit, in der man die Zukunft für planbar hält.
02:11 Im selben Jahr erscheint ein Buch, das diesen Glauben erschüttert. Im März 1972 stellt ein 17-köpfiges Team um Dennis und Donella Meadows im Auftrag des Club of Rome die Studie Die Grenzen des Wachstums vor. Die Forscher arbeiten am Massachusetts Institute of Technology. Grundlage der Studie ist ein Computermodell der Welt. Es rechnet durch, was passiert, wenn Bevölkerung, Produktion und Verbrauch weiter wachsen wie bisher. Die deutsche Ausgabe erscheint im Mai. Das Buch verkauft sich viele Millionen Mal.
02:46 Fast 50 Jahre später vergleicht die Ökonomin Gaya Herrington die Szenarien von damals mit den echten Daten. Ende 2020 veröffentlicht sie ihr Ergebnis: Die Daten passen am ehesten zu 2 Szenarien. In beiden hören Wohlstand, Nahrung und Industrieproduktion etwa im kommenden Jahrzehnt auf zu wachsen und gehen danach zurück. Nur eines der beiden zeigt einen Zusammenbruch. Einen Weltuntergang, sagt Herrington später, habe sie nicht vorhergesagt.
03:18 Postkarten und frühe KI-Prognosen
03:19 Erzähler Die Lust auf das Jahr 2000 ist viel älter. Um 1900 zeichnen französische Künstler, unter ihnen Jean-Marc Côté, eine Bildserie mit dem Titel Im Jahr 2000. Darauf fliegen Feuerwehrleute mit Flügeln, Schüler bekommen ihr Wissen durch Drähte direkt in den Kopf, ein Friseur rasiert mit einer Maschine. Ein Teil der Serie war für einen Spielzeughersteller gedacht und wurde nie verteilt. Bekannt werden die Bilder erst 1986, als der Science-Fiction-Autor Isaac Asimov eine Auswahl davon in einem Buch veröffentlicht.
03:55 Im Dezember 1900 erscheint in einer amerikanischen Frauenzeitschrift ein Artikel des Journalisten John Elfreth Watkins. Er hat Wissenschaftler befragt und stellt 29 Vorhersagen für die nächsten 100 Jahre auf. Manches trifft erstaunlich genau. Fotos würden per Telegraf übertragen und eine Stunde später in der Zeitung erscheinen. Man werde drahtlos telefonieren, ein Mann mitten auf dem Atlantik mit seiner Frau in Chicago. Fertig gekochte Mahlzeiten würden ins Haus geliefert. Anderes trifft nicht ein. Einkäufe und Post sollten durch Rohre mit Druckluft ins Haus kommen, erst zu den Reichen, dann zu allen. Erdbeeren würden so groß wie Äpfel. Und die Buchstaben C, X und Q würden aus dem Alphabet des Alltags verschwinden.
04:46 Nach dem Zweiten Weltkrieg wird die Zukunft zur Wissenschaft. 1967 veröffentlichen Herman Kahn und Anthony Wiener vom Hudson Institute in New York ein Buch über das Jahr 2000. Auf Deutsch heißt es Ihr werdet es erleben. Darin steht eine Liste mit 100 technischen Neuerungen, die bis zum Ende des Jahrhunderts sehr wahrscheinlich kommen sollen. Die Autoren schreiben dazu, sie würden wohl 90 bis 95 Prozent dieser Einschätzungen teilen. Eine spätere Auswertung hält etwa 45 Prozent der Vorhersagen für eingetroffen.
05:22 Auch die künstliche Intelligenz hat damals ihre Propheten. 1965 schreibt der Ökonom und Computerforscher Herbert Simon, Maschinen würden binnen 20 Jahren jede Arbeit erledigen können, die ein Mensch erledigen kann. Das wäre 1985 gewesen. 1970 zitiert das Magazin Life den Forscher Marvin Minsky mit dem Satz, in 3 bis 8 Jahren werde es eine Maschine mit der allgemeinen Intelligenz eines durchschnittlichen Menschen geben. Das wäre spätestens 1978 gewesen. Minsky sagte später, er sei falsch zitiert worden.
06:01 Fehlprognosen und Jahr-2000-Problem
06:01 Erzähler Berühmter als die echten Prognosen sind die falschen. Der IBM-Chef Thomas Watson soll 1943 gesagt haben, es gebe einen Weltmarkt für vielleicht 5 Computer. Ein Beleg dafür fehlt. In dieser Form gedruckt wird der Satz zum ersten Mal 1981. IBM selbst vermutet ein Missverständnis: Watsons Sohn erzählt 1953, man habe für einen neuen Rechner mit 5 Aufträgen gerechnet und am Ende 18 bekommen.
06:33 Auch Bill Gates soll gesagt haben, 640 Kilobyte Arbeitsspeicher reichten für jeden. Gates bestreitet das, eine Quelle ist nie aufgetaucht. Und Ken Olsen, Mitgründer des Computerherstellers Digital Equipment, soll 1977 gesagt haben, niemand brauche einen Computer zu Hause. So berichtet es ein früherer Mitarbeiter. Olsen selbst sagte später, er habe einen Rechner gemeint, der das ganze Haus steuert.
07:01 Deutschland hat seine eigene Fehlprognose. 1983 startet die Bundespost den Bildschirmtext, einen Vorläufer des Internets über das Telefonnetz. Für 1986 rechnet sie mit einer Million Teilnehmern. 1986 sind es rund 60.000. Der millionste Teilnehmer wird im Februar 1996 gezählt, 10 Jahre zu spät. Da heißt der Dienst schon T-Online und bietet E-Mail und einen Zugang zum Internet.
07:34 Silvester 1999. Werner und Gisela Behrens feiern zu Hause.
07:40 Werner Ich hab vorsichtshalber noch Geld abgehoben.
07:43 Gisela Werner. Wir haben doch Geld im Haus.
07:46 Werner Falls morgen die Automaten streiken.
07:48 Gisela Zwölf durch. Guck mal. Das Licht brennt noch.
07:51 Werner Siehst du. Weil alle vorgesorgt haben.
07:53 Gisela Oder weil nie was gewesen wäre.
07:57 Erzähler Das Jahr-2000-Problem war echt. Viele ältere Programme speicherten Jahreszahlen nur mit 2 Ziffern. Auf neunundneunzig folgte dann null null, und ein Rechner konnte das für 1900 halten. Weltweit gaben Firmen und Behörden nach Schätzungen von Marktforschern mehrere Hundert Milliarden Dollar aus, um ihre Systeme umzustellen. In Deutschland wurde der 31. Dezember 1999 zum Bankfeiertag erklärt.
08:24 In der Silvesternacht passiert dann wenig. In einer Bodenstation in den Vereinigten Staaten fällt die Auswertung von Daten amerikanischer Aufklärungssatelliten aus. Nach 3 Stunden läuft ein Notbetrieb mit eingeschränkten Daten, voll funktioniert die Anlage erst gut 2 Tage später wieder. Ausgelöst hat den Fehler ausgerechnet ein Programmflicken gegen das Jahr-2000-Problem. An 2 japanischen Atomkraftwerken machen kurz nach Mitternacht Überwachungssysteme Probleme, laut den Behörden ohne Gefahr.
08:56 Ende Februar 2000 zieht ein Ausschuss des amerikanischen Senats Bilanz. Hunderte Computerfehler seien gemeldet worden, die meisten schnell behoben. Das ganze Ausmaß werde man wohl nie kennen. An die internationale Koordinierungsstelle melden 32 Länder, darunter Deutschland, keinen einzigen Vorfall, obwohl Nachrichtenagenturen dort von Pannen berichten. Bis heute wird gestritten, ob das Problem überschätzt wurde oder ob die Vorsorge gewirkt hat. Wer Unglück erfolgreich verhindert, hat hinterher nichts vorzuzeigen.
09:29 Im Sommer 2000 eröffnet in Hannover die Weltausstellung Expo 2000, unter dem Motto Mensch, Natur, Technik. Erwartet werden 40 Millionen Besucher. Es kommen rund 18 Millionen. Am Ende steht ein Defizit in Milliardenhöhe.
09:48 2026: KI-Propheten und Superintelligenz
09:48 Erzähler 2026. Jetzt ist Thomas Behrens 63, so alt wie sein Vater im Jahr 2000. Seine Tochter Lina hat eine Frage.
09:59 Lina Wie sieht die Welt im Jahr zweitausendfünfzig aus?
10:03 Assistenz Das kann niemand sicher sagen. Ich kann dir Schätzungen nennen, mit großen Spannen.
10:09 Lina Papa, nicht mal die KI weiß es.
10:11 Thomas Dann ist sie ehrlicher als die meisten.
10:15 Erzähler Viele, die heute KI bauen, sind weniger zurückhaltend. Im September 2024 schreibt OpenAI-Chef Sam Altman, es sei möglich, dass es in einigen tausend Tagen eine Superintelligenz gebe. Es könne auch länger dauern. Im Juni 2025 legt er nach. 2026 würden wahrscheinlich Systeme kommen, die neue Erkenntnisse gewinnen, 2027 vielleicht Roboter, die Aufgaben in der echten Welt erledigen.
10:45 Der Anthropic-Chef Dario Amodei schreibt im Oktober 2024, eine sehr leistungsfähige KI könne schon 2026 kommen, es gebe aber auch Wege, auf denen es viel länger dauert. Er beschreibt diese KI als ein Land voller Genies in einem Rechenzentrum. Inzwischen ist es Oktober 2026. Demis Hassabis, Chef von Google DeepMind, nennt im April 2025 im amerikanischen Fernsehen einen Zeitraum von 5 bis 10 Jahren für eine KI auf menschlichem Niveau.
11:20 Im April 2025 veröffentlicht eine Gruppe um den früheren OpenAI-Mitarbeiter Daniel Kokotajlo ein Szenario, das schon im Titel eine Jahreszahl trägt: 2027. Darin erreicht eine KI im Dezember 2027 Superintelligenz. Kokotajlo und sein Mitautor Eli Lifland haben ihre eigenen Schätzungen seitdem mehrfach geändert, erst nach hinten, dann wieder ein Stück nach vorn. Im August 2026 erwartet Kokotajlo Superintelligenz mit 50 Prozent Wahrscheinlichkeit bis zum Frühjahr 2029, Lifland bis Mitte 2033.
12:02 Superforecaster und KI-Risiko
12:03 Thomas Zweitausendsiebenundzwanzig, neunundzwanzig, dreiunddreißig. Jeder nennt ein anderes Jahr.
12:09 Lina Und wer hat recht?
12:11 Thomas Das weiß man immer erst hinterher.
12:14 Erzähler Auch unter den Forschenden gehen die Erwartungen weit auseinander. Im Oktober 2023 werden 2.778 KI-Wissenschaftler befragt, wann Maschinen den Menschen bei allen Aufgaben übertreffen. Mit 10 Prozent Wahrscheinlichkeit bis 2027, sagen sie im Mittel, mit 50 Prozent bis 2047. Das ist 13 Jahre früher als in der Umfrage ein Jahr zuvor. Dass sich wirklich alle Berufe vollständig automatisieren lassen, erwarten sie mit 50 Prozent erst bis 2116.
12:51 Ob Fachleute gut vorhersagen, hat der Psychologe Philip Tetlock untersucht. Er wertet die Prognosen von 284 Experten aus, gesammelt über rund 20 Jahre. Viele schneiden kaum besser ab als ein Schimpanse, der Dartpfeile wirft, ein Bild, das Tetlock selbst benutzt. Ab 2011 findet Tetlock in einem großen Prognosewettbewerb sogenannte Superforecaster. Es sind Laien, die sorgfältig mit Wahrscheinlichkeiten arbeiten und besonders treffsicher sind. 2022 lässt ein Institut KI-Fachleute und Superforecaster gegeneinander antreten. Die Fachleute schätzen das Risiko, dass KI die Menschheit bis 2100 auslöscht, im Mittel auf 3 Prozent. Die Superforecaster auf 0,38 Prozent.
13:41 Und die KI selbst? In einem Wettbewerb desselben Instituts schlagen Sprachmodelle 2025 schon den Durchschnitt der Bevölkerung. Die besten menschlichen Prognostiker liegen da noch vorn, einen Gleichstand rechnen die Betreiber für etwa Ende 2026 hoch. Im Juli 2026 melden sie, mehrere KI-Systeme hätten wahrscheinlich schon gleichgezogen.
14:08 Unter denen, die warnen, sind einige der Pioniere des Fachs. Geoffrey Hinton verlässt 2023 Google und erhält 2024 den Nobelpreis für Physik. Im Dezember 2024 schätzt er im britischen Rundfunk die Wahrscheinlichkeit auf 10 bis 20 Prozent, dass KI in den nächsten 30 Jahren zum Aussterben der Menschheit führt. Wir hätten es noch nie mit etwas zu tun gehabt, das klüger ist als wir, sagt er.
14:36 Im Mai 2023 unterschreiben mehr als 350 Fachleute einen einzigen Satz. Das Risiko des Aussterbens durch KI zu verringern, solle eine weltweite Priorität sein, neben Pandemien und Atomkrieg. Unter den Unterzeichnern sind Hinton, Altman und Hassabis. Im Januar 2025 legen 96 Fachleute unter Leitung des Informatikers Yoshua Bengio den ersten vollständigen internationalen Bericht zur Sicherheit von KI vor. 30 Staaten unterstützen ihn.
15:12 Macht KI arbeitslos?
15:13 Lina Im Seminar hieß es heute, in zehn Jahren macht die KI die Hälfte aller Jobs.
15:18 Thomas So was hat Opa auch schon gelesen. Neunzehnhundertachtundsiebzig.
15:22 Lina Und?
15:23 Thomas Er ist ganz normal in Rente gegangen.
15:26 Erzähler Die älteste Sorge betrifft die Arbeit. 1978 titelt der Spiegel: Die Computer-Revolution. Fortschritt macht arbeitslos. Auf dem Titelbild trägt ein Roboter einen Arbeiter aus der Fabrik.
15:41 2013 berechnen die Oxford-Forscher Carl Benedikt Frey und Michael Osborne, 47 Prozent der Arbeitsplätze in den Vereinigten Staaten seien in den nächsten ein bis zwei Jahrzehnten technisch automatisierbar. Die Zahl geht um die Welt, oft als Prognose für Jobverluste. Gemeint war sie so nicht. Forscher des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim betrachten statt ganzer Berufe die einzelnen Tätigkeiten. Die Industriestaaten-Organisation OECD kommt so 2018 auf 14 Prozent stark gefährdete Jobs.
16:18 2023 schreibt die Bank Goldman Sachs, generative KI könne weltweit rechnerisch 300 Millionen Vollzeitstellen der Automatisierung aussetzen. Der Internationale Währungsfonds sieht 2024 fast 40 Prozent aller Arbeitsplätze weltweit der KI ausgesetzt, in reichen Ländern 60 Prozent. Ausgesetzt heißt betroffen, nicht verschwunden. In reichen Ländern könnte etwa die Hälfte der betroffenen Stellen sogar profitieren, schreibt der Fonds, warnt aber vor wachsender Ungleichheit.
16:53 Wer auf die Prognosen der Vergangenheit schaut, sieht ein Muster. Die Zeitpläne waren fast immer zu früh. Simon versprach die Maschine, die jede Arbeit kann, für 1985. Beim Bildschirmtext kam die Million Teilnehmer 10 Jahre später als erwartet. Die Richtung aber stimmte oft. Die Fotos kamen per Draht, das Telefon wurde drahtlos, der Computer zog ins Haus.
17:20 Werner Behrens hat das Jahr 2000 erlebt. Den Abwasch hat bei den Behrens nie ein Computer gemacht. Heute ist Thomas Behrens so alt wie sein Vater damals, und wieder nennen Menschen Jahreszahlen.
17:34 Diese Staffel hat vom Anrufbeantworter erzählt, vom Taschenrechner, vom Lexikon, von der Videothek, vom Dia, vom Katalog und vom Walkman. Jedes Mal war die Neuerung erst ein Versprechen, dann eine Sorge, dann Alltag. Und oft hat sie etwas mitgenommen, das man erst vermisst hat, als es weg war. Jede Zukunft hat eine Vergangenheit. Auch die, die gerade beginnt.
18:05 Nostalgie und KI. Folge 8: Im Jahr 2000. Die Szenen dieser Folge sind nachgestellt, die Familie Behrens und alle anderen Figuren sind erfunden. Die historischen Angaben und ihre Quellen finden Sie in den Shownotes. Ein Feature von Stefan Margenfeld. Alle Stimmen sind KI-generiert, die Produktion ist KI-gestützt. Sankt Wendel, Oktober 2026.
18:33 Das war die letzte Folge dieser Staffel. Danke fürs Zuhören.
Quellen
Was die Folge über Geschichte und Gegenwart erzählt, ist recherchiert und belegt. Diese 65 Quellen liegen den Aussagen zugrunde; Links öffnen in einem neuen Fenster, die Wiedergabe läuft weiter.
- wunschliste.de/serie/richtung-2000
- fernsehserien.de/richtung-2000
- de.wikipedia.org/wiki/Richtung_2000_–_Vorschau_auf_die_Welt_von_morgen
- Der Club of Rome über die ‚Grenzen des Wachstums‘ (1972)
- Club of Rome
- Abstract
- en.wikipedia.org/wiki/Gaya_Herrington
- What a 50-year-old world model tells us about a way forward today
- en.wikipedia.org/wiki/En_L'An_2000
- publicdomainreview.org/collection/a-19th-century-vision-of-the-year-2000
- archive.org/details/sim_ladies-home-journal_1900-12_18_1
- en.wikipedia.org/wiki/J._Elfreth_Watkins
- ci.nii.ac.jp/ncid/BA21476931
- Evaluation of Some Technology Forecasts from ‘The Year 2000’
- Quote Origin: If We’re Lucky, Robots Might Decide To Keep Us as Pets
- McCorduck 2004, Crevier 1993
- quoteinvestigator.com/2026/08/29/market-five/
- Computer Pioneers – Thomas J. Watson, Sr.
- en.wikipedia.org/wiki/Thomas_J._Watson
- Quote Origin: Computer Memory: 640K Ought to be Enough for Anyone
- quoteinvestigator.com/2017/09/14/home-computer/
- snopes.com/fact-check/ken-olsen/
- de.wikipedia.org/wiki/Bildschirmtext
- computerwoche.de/article/2640911 (7.1.2002)
- World: Millennium 'Bomb' Threatens Global Economy
- Kein Geld an Silvester
- news.bbc.co.uk/2/hi/americas/589836.stm
- Y2K glitch hobbled top secret spy sats
- Report: Y2K fix disrupts U.S. spy satellites for days, not hours
- news.bbc.co.uk/2/hi/asia-pacific/585950.stm
- Computer problems hit three nuclear plants in Japan
- de.wikipedia.org/wiki/Expo_2000
- Expo 2000: Eitel Sonnenschein
- Expo 2000: Der letzte Akt
- Sam Altman says AI superintelligence could be just ‘a few thousand days’ away
- The Gentle Singularity
- Machines of Loving Grace. How AI Could Transform the World for the Better
- Artificial intelligence could end disease, lead to ‘radical abundance,’ Google DeepMind CEO Demis Hassabis says (60 Minutes, Transkript)
- AI that can match humans at any task will be here in five to 10 years, Google DeepMind CEO says
- AI 2027
- Clarifying how our AI timelines forecasts have changed since AI 2027
- Q1 2026 Timelines Update
- Q2.5 2026 Timelines Update: Uplift and Revenue
- arxiv.org/abs/2401.02843
- Fireside Chat with Philip Tetlock
- Philip E. Tetlock
- The Extinction Tournament
- LLMs Are Closing the Gap on Human Superforecasters
- How well can large language models predict the future?
- Geoffrey Hinton beziffert Risiko neu, dass uns KI ausrotten wird
- en.wikipedia.org/wiki/Geoffrey_Hinton
- AI Extinction Statement Press Release
- International AI Safety Report 2025
- en.wikipedia.org/wiki/International_AI_Safety_Report
- „Die Computer-Revolution: Fortschritt macht arbeitslos“
- DER SPIEGEL 16/1978, Titelthema ‚Fortschritt macht arbeitslos‘
- How many jobs will robots replace? And why does everyone disagree?
- The human factor: what will really determine the pace of automation?
- The probability of automation in England: 2011 and 2017
- The Potentially Large Effects of Artificial Intelligence on Economic Growth (Briggs/Kodnani)
- AI Will Transform the Global Economy. Let’s Make Sure It Benefits Humanity.
- IMF Chief Says AI Holds Risks, 'Tremendous Opportunity' for Global Economy
- en.wikipedia.org/wiki/Good_Judgment_Project
- forecastingresearch.substack.com/p/ai-models-have-likely-reached-parity
- govinfo.gov/content/pkg/GOVPUB-Y1_3-PURL-LPS90964/pdf/GOVPUB-Y1_3-PURL-LPS90964.pdf
So entsteht diese Reihe
So entsteht diese Reihe: Stefan Margenfeld recherchiert und schreibt jede Folge und verantwortet sie redaktionell. Die Erzählstimme ist ein KI-Klon seiner eigenen Stimme, gebaut aus Aufnahmen, die er eigens dafür gemacht hat. Die Szenen sind nachgestellt: Die Familie Behrens und alle anderen Figuren sind erfunden und sprechen mit KI-Stimmen. Reale Personen kommen nur im Erzähltext und in historischen Originaltönen vor; keinem von ihnen legt die Reihe mit einer KI-Stimme Worte in den Mund. Die Musik ist eigens mit KI erzeugt, die Produktion ist KI-gestützt. Woher jede historische Angabe und jeder Originalton stammt, steht auf der Seite der jeweiligen Folge. Stimmtechnik: ElevenLabs.
- Recherche, Text und redaktionelle Verantwortung
- Stefan Margenfeld
- Erzählstimme
- KI-Klon der Stimme von Stefan Margenfeld
- Szenen
- nachgestellt; die Familie Behrens und alle anderen Figuren sind erfunden, ihre Stimmen KI-generiert
- Musik
- eigens mit KI erzeugt
- Stimmtechnik
- ElevenLabs
- Produktion
- KI-gestützt; Sankt Wendel, Oktober 2026
Weiterdenken · Aus dem Journal
- Ich bin gefährlich – also kauf mich
Warum die Chefs der KI-Firmen vor ihrer eigenen Technik warnen: ein Essay über eine alte Verkaufsfigur.
Alle Folgen von Nostalgie und KI
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